Freitag, 2. März 2012

Kings Canyon und Sunset am Ayers Rock



Guten Morgen – es ist 6 Uhr und der Aufstieg zum Kings Canyon kann beginnen. All die Tage habe ich mich gewundert, warum die Guides nach deiner Fitness fragen und nach gutem Schuhwerk bei lächerlichen 6 km Strecke, ferner dir für 4 Stunden Wanderung mindestens 3 Liter Wasser empfehlen. Jetzt bin ich schlauer: Der Anstieg geht 40 % rauf und es ist kein Spaziergang, sondern Bergsteigen und Klettern. Wir überqueren Schluchten, müssen wegen Überflutung Bäche barfuß passieren und kommen dabei in der Morgendämmerung gehörig ins Schwitzen. Wow, Fitnessstudio in Deutschland ist ein Furz dagegen. Und ganz nebenbei bekomme ich so viel von der Aborigines-Geschichte mit....
Wusstet ihr zum Beispiel? Die Aborigines waschen sich nicht und sie schwitzen und stinken nicht. Ihr Stoffwechsel funktioniert optimal. So graben sie unter anderem mit einem Stock zwei Meter tief entlang eines bestimmten Baumes im Erdreich, um dort Honig zu finden. Sie essen Raupen und Beeren und mahlen ihr Korn auf Steinen. Erlegte Tiere und Wasser legen sie in Höhlen ab, damit Verderbliches kühl bleibt. Die Frauen gebären ihre Kinder in Höhlen. Männer sind für die Jagd und den Schutz der Familie, Frauen für das Aufwachsen der Kinder und die Ernährung verantwortlich. Beide Geschlechter haben ihre eigenen Zeremonien, die sie getrennt voneinander von Generation zur Generation weiter vererben. Dabei tanzen die Frauen barfüßig mit nackten Brüsten in der roten heißen Erde. Für uns Europäer wäre das so als ob wir barfüßig auf einer heißen Herdplatte tanzen würden. Erst im geschlechtsreifen Alter kommen Jungs und Mädchen zusammen, um ihre eigene Familie zu gründen. Beide sind dann fähig in der Wüste selbständig zu überleben. Unsereiner würde das gerade mal 20 Stunden schaffen!
Nach dem Bergsteigen in der Dämmerung sitze ich 5 Stunden im Überland-Bus zum Ayers Rock. Der Himmel zieht allmählich auf und ich hege die stille Hoffnung auf einen Sonnenuntergang am Ayers-Rock. Als ich ankomme, stehen die Chancen ganz gut. Also renne ich zum Touristenscenter und will noch eine Sonnenuntergangstour buchen, aber leider ist alles ausgebucht. Ich mache den Reiseverantstaltern klar, dass es die letzten 4 Tage geschüttet hatte und ich 20.000 km gereist bin, um das zu erleben. Ellie bekommt schließlich Mitleid und ich darf mit! Yuppie, Uluru – ich kommmmeeeee!

Der Koloss, der sich mir bisher nur violtettfarben offenbart hatte, leuchtet jetzt von Ocker über Kupfer bis zum Gold! Wieder einmal bin ich sprachlos und überwältigt. Jetzt wirkt er gar nicht wie aus Stein, sondern eher als ob er von einer Art Haut überzogen wäre. Am Fuße des Berges lerne ich zwei Studenten aus Hannover kennen, die zwei Jahre gearbeitet haben, um Australien zu sehen. Wir haben einen sehr schönen Abend und die beiden machen auch ein paar Aufnahmen von mir, die ich euch jetzt mit einem lieben Gruß schicke. Voller Dankbarkeit, eure Maggie;-)










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