Der Flug geht knappe drei Stunden mit einer kleinen
Maschine, die auf einer Sandpiste landet. Wir haben Zeitverschiebung hier, also
bin ich nur noch 8,5 Stunden im Voraus. Aus der Luft sehe ich schon die rote
Erde durch die Wolken brechen und den violett schimmernden Ayers Rock - meine
Vorfreude kennt keine Grenzen. Wieder überwältigen mich die Gerüche, die hier
wieder ganz anders sind als in Melbourne oder Sydney. Ferner schlägt mir die
Hitze wie eine Wand entgegen.
Dann geht es ein paar Minuten zum Ayers Rock Resort durch
eine sehr farbenfrohe Wüste. Du findest hier die rote Erde, dazu die
hellbraunen Gräser und alle erdenklichen Grüntöne von Büschen und Bäumen. Ich
bin sprachlos und bin sicher: Das ist nur der Anfang.
Da unsere Zimmer im Hotel noch nicht fertig sind, lege ich
mich an den Pool und lese ein bisschen. Nach einer heißen Dusche brechen wir
zum Sonnenuntergang am Ayers Rock auf. Schon auf dem Weg dahin fängt es an zu
regnen. Schade, aus dem Sonnenuntergang wird nichts. Trotzdem hat der Ort seine
Magie – wie ein Dinosaurier liegt dieser Monolith in der Landschaft. Ein
heiliger Ort für die Aborigines und wieder einmal überwältigt mich die Natur,
macht mir meine eigene Vergänglichkeit bewusst. Du bist nur ein Stäubchen in
Universum, mehr nicht. Lachhaft, was für Theater wir Menschen um uns selbst
machen. Es gibt wirklich etwas Größeres hier, das dir den Atem verschlägt. Danach
geht es zum BBQ, das allerdings ins Wasser fällt, da es inzwischen gewittert.
Im Bus lerne ich Lisa und Stig aus Alaska kennen, die mich zum Dinner einladen.
Wir haben einen lustigen Abend bei Austern, Champagner und Entenravioli und das
mitten in der Wüste! Ich kann gar nicht glauben, dass wildfremde Menschen so
großzügig zu mir sind. Satt und zufrieden falle ich ins Bett.
Kuss von mir
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